Maschinenkraft statt Muskelspiel: Straßenbauer Peter Griepentrog setzt einen Bordstein.

Bordsteinhebegerät bei Grothe Bau

Die Bezeichnung des kleinen Baugerätes, das ohne Fahrerkabine ein wenig wie ein Roboter aussieht, klingt nach Fachjargon: Transmobil. Das fahrbare Teil bewegt sich auf zwei Kettenrädern. Straßenbauer Peter Griepentrog möchte das Gerät bei seiner Arbeit nicht mehr missen.

Fachleute nennen es einen Vakuum-Schlauchheber. Einfacher ausgedrückt: Es ist ein mobiler Verlege-Transporter, der schwere Steine ansaugen, heben und wieder absetzen kann. Peter Griepentrog arbeitet seit viereinhalb Jahren bei der GROTHE BAU GmbH & Co. KG. Der 42-Jährige ist froh, den Schlauchheber an seiner Seite zu haben: „Das ist eine große Erleichterung für den Rücken.“

Griepentrog weiß, wovon er spricht. Um die 100 Kilo schweren Bordsteine zu stemmen, braucht er viel Muskelkraft. Doch übernimmt jetzt das Transmobil die schweren Brocken. Bis zu 120 Bordsteine kann der Straßenbauer damit verlegen. Eine Menge, die ohne ein solches Baugerät nur mühsam zu wuppen wäre.

Der Schlauchheber unterstützt Griepentrog und seine Kollegen von GROTHE BAU beispielsweise beim Bau der Bordsteinkante für eine neue Straße in einem Baugebiet in Scharbeutz. Mit Unterdruck saugt das Gerät den Stein an. Dann positioniert Griepentrog mittels eines um 360 Grad schwenkbaren Armes des Verlegetransporters das Granitstück an die exakt richtige Stelle. Langsam lässt der Straßenbauer den Bordstein dann herab und setzt ihn in einen zuvor ausgehobenen, langen Graben ab. Die Bordsteine sind je einen Meter lang. Sie werden auf eine 20 Zentimeter hohe Betonschüttung gesetzt.


Die ganze Prozedur dauert nur wenige Minuten, bis der nächste Stein angesaugt und gesetzt werden kann. Bordstein um Bordstein, bis eine Seite der Straße komplett fertig ist. Dann kommt die gegenüberliegende Seite dran.
Gearbeitet wird zu zweit. „Einer setzt, der andere klopft“, erklärt Griepentrog. Im Fachjargon heißen solche Tiefbauarbeiten, die Griepentrog und seine Kollegen von GROTHE BAU im Scharbeutzer Wohngebiet ausführen, Erschließungsmaßnahmen. Sind die Steine dann richtig gesetzt, kommt noch eine Rückenstütze aus Beton dazu. Die wird mittels Schaufeln verdichtet. Dabei kommt die Muskelkraft der Straßenbauer noch zum Tragen – und nicht die des Transmobils.

Die Anschaffung des Geräts für die Straßenarbeiten ist im Sinne der Geschäftsführung. „Zu einem nachhaltigen Personalmanagement zählt auch das Bestreben, körperlich schwere Arbeit möglichst ergonomisch zu gestalten“, sagt Joachim Grothe, Chef des Unternehmens.

Quelle: LN, Artikel vom 18.11.2017